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Anschließend wurde der Tagesordnungspunkt “Fährtarife” aufgerufen. Dieser Punkt war durch Antrag der CDU auf die Tagesordnung gekommen. Nebenbei bemerkt, die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck hatte bereits im Februar beschlossen, neue Tarife für die Fährbenutzung einzuführen. Die notwendigen Fährpreise wurden am 1. April 2010 bekanntgegeben und auf dem Priwall vorgestellt. Doch nun stellte Herr Petersen, Chef der Travemünder CDU, heraus, dass die neuen Fährpreise unsozial seien und unausgegoren. Er nannte Zahlen. Doch die entbehrten der Realität, sie waren schlicht und einfach veraltet, denn Petersen vergass, dass die Fährpreise schon zum 1. Januar des Jahres hätten angehoben werden sollen, wenn die Priwaller nicht dagegen protestiert und drei Parteien der Bürgerschaft daraufhin die Aussetzung der Erhöhung im Herbst 2009 beschlossen hätten. Auf einen Einwand aus dem Publikum zu dieser Falschinformation reagierte Petersen gereizt, und meinte, man solle diese Zahlenspielereien bleiben lassen. Auch andere Mitglieder des Ortsrates beteiligten sich an dem Blasen durchs gleiche Horn. Ein weibliches Mitglied des Ortsrates, das für die CDU im Ortsrat Platz genommen hatte, und auf dem Priwall zu Hause ist, distanzierte sich von den neuen Fährpreisen. Irgend jemand meinte, er würde sich schämen, so eine Vergünstigung anzunehmen. Dieser Irgendjemand mag die eben erwähnte Dame gewesen sein, die das aber im Nachhinein vehement bestreitet, was aber hier und jetzt kaum noch zu überprüfen ist. Nun gut, schämen ist nichts Ehrenrühriges. Doch wenn die Scham so groß wird, um weiter damit leben zu können, dann gibt es ein probates Mittel: man möge den Betrag, den man nun durch die neuen Fährtarife einspart, spenden. Das Geld, das auf diesem Wege zusammenkommt, kann man den Urlaubern zukommen zu lassen, die ja, so der Tenor einiger Mitglieder des Ortsrates, so gebeutelt würden. Ein anderes Mitglied des Ortsrates, vor kurzem aus der SPD ausgetreten, auch seinen Sitz im Ortsrat abgetreten, nun für die BfL im Ortsrat vertreten, vertrat die Meinung, dass es unanständig sei, wegen der neuen Fährtarife eine Feier ausgerichtet zu haben, wie die Priwaller in ihrer grenzenlosen Freude es getan hätten. Man feiere nicht, wenn andere einen Nachteil zu erleiden hätten, erklärte er, meinte damit vor allem die Arbeitskräfte des Rosenhofes, die ebenfalls mehr zu berappen hätten, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Er vergass allerdings die dreitausend Schüler zu nennen, die ebenfalls tiefer in ihre leere Tasche greifen müssen. Wie dem auch sei, die nächste Sitzung findet am 12. Mai statt.
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